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Bundesrat wagt vor den Sommerferien einen "mutigen Öffnungsschritt"

Sechs und mehr: Ab Samstag gibt es in den Restaurants keine Personen-Beschränkungen mehr pro Tisch. (Bild: Helmut Fohringer/apa)

Keine Maskenpflicht im Freien, keine Homeoffice-Pflicht, keine Beschränkungen für Veranstaltungen mit Covid-Zertifikat: Der Bundesrat lockert ab Samstag die Corona-Massnahmen. Gesundheitsminister Alain Berset spricht von einem "mutigen Schritt".

Kurz vor den Sommerferien kann sich die Schweizer Bevölkerung freuen. Ab dem Wochenende fallen viele Corona-Einschränkungen im öffentlichen Leben weg. Man sei, verglichen mit anderen Ländern, in einer beneidenswerten Situation, erklärte Bundesrat Alain Berset am Mittwoch vor den Medien in Bern. Deshalb habe man auch grosszügigere Lockerungen beschlossen als vor zwei Wochen vorgesehen.

Die weitreichendste Änderung ist die Lockerung der Maskenpflicht: Wer sich im Freien aufhält, muss keine Maske mehr tragen. Das gilt auch für kulturelle und sportliche Aktivitäten sowie für Grossveranstaltungen mit Covid-Zertifikat. Im Büro und in höheren Schulklassen wird die Maskenpflicht ebenfalls aufgehoben.

Bei kulturellen und sportlichen Aktivitäten, die draussen stattfinden, muss auch nicht mehr zwingend auf den Abstand geachtet werden. Wenn sich nur offiziell geimpfte, getestete oder genesene Personen treffen, gibt es auch keine Kapazitäts- oder Mengenbeschränkungen mehr. Veranstaltungen ab tausend Personen brauchen aber eine kantonale Bewilligung.

Tanzen in Clubs mit Zertifikat
Ebenfalls aufgehoben hat der Bundesrat die Homeoffice-Pflicht; stattdessen gilt neu wieder eine Homeoffice-Empfehlung. An Unis, Fachhochschulen und in der Weiterbildung dürfen wieder unbeschränkt viele Personen anwesend sein. Schliesslich gibt es in Restaurants keine Beschränkung mehr der Anzahl Gäste pro Tisch. Nur in Innenbereichen gilt wie bisher eine Sitzpflicht während der Konsumation und eine Maskenpflicht im Stehen. Die Kontaktdaten müssen weiterhin erhoben werden, es reicht allerdings ein Kontakt pro Gruppe.

Ab Samstag ebenfalls wieder uneingeschränkt möglich sind Laden-, Fitnessstudio- und Sportcenterbesuche. Die Betreibenden können die Kapazität voll ausnutzen. Aquaparks können wieder öffnen. Einzig an Veranstaltungen ohne Covid-Zertifikat gilt eine Beschränkung auf zwei Drittel der Kapazität. Auch Clubs und Discos dürfen wieder öffnen, wenn der Zugang auf Personen mit Covid-Zertifikat beschränkt wird. Ohne Einschränkungen feiern dürfen auch Hochzeitsgesellschaften, sofern alle ein Covid-Zertifikat vorlegen können.

Vorsicht in Innenräumen geboten
Gesundheitsminister Berset zeigte sich überzeugt, dass diese Lockerungen drin liegen. Die Situation verbessere sich weiter, die bisherigen Öffnungen hätten keine Probleme verursacht, die Impfquote steige. Am Mittwoch vermeldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) noch 154 neue Corona-Infektionen. Die Zahl der Hospitalisierten nahm innert Wochenfrist um 30 Prozent ab. "Wir können deshalb einen wichtigen Schritt vorwärts machen."

Gleichzeitig warnte Berset vor zu grosser Euphorie. "Wir müssen schauen, dass es keine Überraschungen gibt." Deshalb gelte in Restaurants, Läden, im öffentlichen Verkehr und bei Veranstaltungen ohne Covid-Zertifikat vorerst bis Mitte August eine Maskenpflicht. Auch Massenveranstaltungen ohne Zertifikat werde es sicherheitshalber nicht geben im Juli.

An privaten Veranstaltungen können sich weiterhin höchstens 30 Personen in privaten Innenräumen und höchstens 50 Person in Aussenbereichen treffen. Private Treffen in Wohnungen oder in Gärten seien aufgrund der Nähe sehr heikel, sagte Berset. "Wir dürfen nicht übermütig werden."

Reisen wird einfacher
Corona-Ausbrüche unter Nichtgeimpften und eine gleichzeitige Grippewelle könnten in der Schweiz nach Ansicht Bersets im Spätherbst zu einer schwierigen Situation führen. Kantone seien deshalb gefordert im Hinblick auf die Spital- und Testkapazitäten "alles zu organisieren". Das grösste Risiko gehe aber von einer möglichen Virusvariante aus, die den Impfschutz zu einem grossen Teil oder vollständig umgehen könnte, sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit (BAG). Dies würde zu einer grossen Herausforderung führen.

Vorderhand setzt der Bund aber auch im internationalen Reiseverkehr auf Lockerungen. Wer aus einem Land des Schengen-Raums in die Schweiz reist, muss ab Samstag nicht mehr in Quarantäne. Eine Testpflicht besteht nur noch für Flugreisende, die nicht geimpft oder genesen sind. Auch Drittstaatenangehörige dürfen wieder in die Schweiz einreisen.

Die Anerkennung des Covid-Zertifikats durch die EU erwartet der Bund nicht vor Mitte Juli. Die entsprechende EU-Verordnung wird erst am 1. Juli in Kraft treten. Berset empfahl allen Reisenden, nicht nur das Covid-Zertifikat auf der App zu haben, sondern auch einen Ausdruck auf Papier mitzuführen. (sda)


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