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Astra packt Nadelöhr zwischen Muri und Ostring an

Hier soll der Pannenstreifen umgenutzt werden (oben) und so sieht das dann aus (unten. Bilder: zvg)

Jeden Morgen und jeden Abend staut sich der Verkehr auf der Autobahn A6 zwischen Muri und Ostring. Nun packt das Bundesamt für Verkehr Astra das Problem an. Ab Juli bis 2023 laufen verschiedene Bauarbeiten, um den Pannenstreifen umzunutzen.

Bei Stau soll in Zukunft auch der Pannenstreifen als Fahrspur dienen. Damit dies möglich wird, braucht es noch bauliche Anpassungen an der Fahrbahn, teilt das Astra mit. Diese können nun in den nächsten Tagen starten, da ein Anwohner seine Einsprache gegen das Vorhaben nun nicht ans Bundesgericht weiterzieht.

Bevor die Pannenstreifen bei Staus für den Verkehr freigegeben werden, braucht es verschiedene Bauarbeiten: Es müssen insgesamt 44 Masten über die Fahrbahn gezogen werden – für die zahlreichen Signale und Sensoren, welche die sogenannte Pannenstreifen-Umnutzung (PUN) erst möglich machen.

Auch braucht es neuen Nothaltebuchten, damit Pannenfahrzeuge bei freigegebenen Pannenstreifen anhalten können. Die Pannenstreifen selber müssen ebenfalls baulich angepasst werden. Aus Platzgründen können die Pannenstreifen zwischen Wankdorf und Ostring nur in Fahrtrichtung Thun angepasst werden, zwischen Ostring und Muri dagegen in beide Richtungen.

Viertes Autobahnteilstück der Schweiz

In der Schweiz gibt es laut der Astra-Internetseite bisher drei Autobahnteilstücke, auf welchen Automobilistinnen und Automobilisten bei Staus auf den Pannenstreifen ausweichen dürfen: zwei in der Region Lausanne, eines in der Region Winterthur. Jenes bei Bern wird also das vierte sein.

Auf solchen Autobahnabschnitten zeigen elektronische Signale über der Fahrbahn mit einem grünen Pfeil an, welche Fahrbahnen genutzt werden können – unter Umständen eben auch der Pannenstreifen.

Erscheint über dem Pannenstreifen ein grüner Pfeil, dürfen die Verkehrsteilnehmerinnen und -nehmer die ausgezogene Randlinie zum Pannenstreifen überqueren. Denn gemäss Signalisationsverordnung gehen Lichtsignale den Markierungen vor.

Die PUN ist eine von mehreren Massnahmen des Astra gegen die Verkehrsüberlastung auf dem Nationalstrassennetz. PUN verflüssige den Verkehr, erhöhe die Sicherheit und senke die Umweltbelastung, sagt das Astra.

Anfang 2012 gab die damalige Verkehrsministerin Doris Leuthard bekannt, im Kampf gegen Staus auf den Autobahnen würden bis ins Jahr 2020 auf 125 Autobahnkilometern die Pannenstreifen bei Staus für den Verkehr freigegeben. Ein Pilotprojekt bei Lausanne habe gute Resultate ergeben.

Auf der A6 bei Muri sollte die PUN ursprünglich schon 2015 bereit stehen, doch zog sich das Verfahren – wie andernorts – in die Länge.

Bund investiert 145 Millionen Franken

Der Bund investiert 145 Millionen Franken in die Anpassung und Erneuerung der A6 zwischen Bern-Wankdorf und Muri. 15 Millionen Franken fliessen in die PUN. 30 Millionen kostet die Erneuerung der Lärmschutzwände und 100 Millionen Franken werden in die Erneuerung der Autobahn gesteckt.

Denn das Astra will die A6 in diesem Raum fit machen bis zur Inbetriebnahme des geplanten Bypasses Bern-Ost, wie der Chef der Astra-Filiale Thun, David Wetter, am Dienstag in Bern vor den Medien sagte.

Nötig ist beispielsweise die Verstärkung der heute statisch ungenügenden Brücke über den Berner Freudenbergplatz. Auch baut das Astra bei diesem Platz neue, überkragende Lärmschutzwände, welche ein stabileres Fundament benötigen. Und beim Muriger Thorackerquartier wird eine neue Lärmschutzwand erstellt.

Nicht zuletzt wird ein neuer, lärmarmer Fahrbahnbelag eingebaut, welcher zu Beginn die Lärmentwicklung um die Hälfte reduziert. Mit der Zeit reduziert sich die Wirkung solcher lärmarmer Beläge.

Teilweise Tempo 60 während Bau

Die Hauptarbeiten beginnen am 5. Juli. Bereits ab dem 28. Juni wird schrittweise eine neue Verkehrsführung eingerichtet. Dazu werden zum Teil einzelne Fahrspuren abgesperrt.

Die A6 wird aber während der Bauarbeiten grundsätzlich vierspurig befahrbar sein, aber mit reduzierter Spurbreite. Teilweise wird Höchstgeschwindigkeit 60 gelten. In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni wird wegen der Demontage eines alten Signalträgers der Anschluss Muri gesperrt.

Infos zum Bau gibt es hier.


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